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CHOR DER APOSTELKIRCHE

  • Chor der Apostelkirche

Sie haben am Freitag-Abend noch nichts vor?

Sie haben schon mal in einem Chor gesungen oder wollten es schon immer mal ausprobieren?
Na dann: Wir freuen uns über Verstärkung!!!



Der Chor der Apostelkirche besteht derzeit aus ca. 20 Sängerinnen und Sängern.

Zu den Hauptaufgaben des Chores zählt die Mitgestaltung von Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen. Darüber hinaus wird auch jedes Jahr ein besonderes Projekt (Adventskonzerte, Nacht der offenen Kirchen, Passionsmusiken, Festgottesdienst zum Reformationstag) erarbeitet. Dies geschieht häufig in Zusammenarbeit mit dem Bläserkreis der Apostelkirche und projektbezogenen Instrumentalensembles.

 

Neue Sängerinnen und Sänger sind herzlich willkommen (Notenkenntnisse sind sehr von Nutzen, aber nicht Voraussetzung).

 

Gesungen werden geistliche Werke aus allen Epochen der Kirchenmusik, wobei stets die Entwicklung eines ausgewogenen Chorklangs und eine der Zeit angemessene Interpretation im Mittelpunkt der Arbeit stehen.

 

Proben: Freitags um 20 Uhr im Thomaszentrum

Leitung: Anna Ikramova (Telefon oder Email)

 

 

 

 

 

 

 


Anna Ikramova

Anna Ikramova, 1966 in Moskau geboren, wuchs in einem für die Zeit typischen Moskauer Intellektuellenhaus auf. Ihr Vater Kamill Ikramov, ein in Sowjetrussland bekannter Schriftsteller und Journalist, Vertreter der sogenannten Intelligenzija, gehörte zum Kreis der politisch Oppositionellen. Geprägt von dieser russisch-sowjetischen Intellektuellen-Kultur, kam sie sehr früh mit sowjetischer Musikavantgarde in Berührung und erkannte bereits als Jugendliche ihre Berufung.

Als Kind besuchte sie das Musikgymnasium am Tschaikowski-Konservatorium und erhielt bereits als Schülerin ihren ersten Kompositionsunterricht von der Assistentin des damaligen Vorsitzenden des sowjetischen Komponistenverbandes Tichon Chrennikow, Tatjana Tschudowa. Gleichzeitig bekam sie intensiven Unterricht in den Fächern Musiktheorie bei dem führenden Musiktheoretiker Prof. Dr. Juri Cholopow, Klavier (Valentin Jermatschenko) und Klarinette (Prof. Lev Michailow).

 

Es folgten die Jahre am Tschaikowski-Konservatorium (1983 bis 1988) mit den Studiengängen Komposition, Musiktheorie und Klarinette. Ikramovas künstlerische Entwicklung in dieser Zeit war geprägt von den Kontakten mit den Komponisten Nikolai Korndorf, von dem sie in den Fächern Instrumentation und Partiturspiel unterrichtet wurde, Grigori Gobernik, Alfred Schnittke, Sofia Gubajdulina, Viktor Suslin und Vjaceslav Artemov.

 

Schon in Schul- und Studentenjahren wurden Ikramovas Werke aufgeführt und verlegt. Sie experimentierte viel im Bereich Kammermusik und erhielt Kompositionsaufträge für Filmmusiken.

 

Seit 1990 lebt sie in Deutschland. Von 1991 bis 1996 studierte sie an der Folkwang-Hochschule Essen Komposition bei Wolfgang Hufschmidt und elektronische Komposition bei Dirk Reith (künstlerische Abschlussprüfung 1996). Die Jahre an der Folkwang-Hochschule bedeuteten für sie eine zweite Prägung; besonders der Kompositionsunterricht bei Hufschmidt beeinflusste ihre Arbeitsphilosophie.

 

Es schloss sich ein musikpädagogisches Aufbaustudium mit den Hauptfächern Tonsatz und Klavier und Kirchenmusik mit dem Abschluss als Diplommusikpädagogin und B-Examen Kirchenmusik an. Im Juni/Juli 1995 nahm sie nach einem Auswahlverfahren an einem Sommerkurs des Studios für elektronische Musik IRCAM in Paris teil. In dieser Zeit arbeitete sie viel mit elektronischen Medien und beschäftigte sich mit kunstspartenübergreifenden Projekten.

 

1991 erhielt sie den FRECC'L-Preis - Experimentelle Verbindung von Sprache und Musik -für ihr Werk "Der Verlorene Mond".

 

1996, 1997 und 2000 wurde je eine ihrer Kompositionen für eine Aufführung während der ICMC (International Computer Musik Conference) ausgewählt; 1997 Aufführung ihrer Auftragskomposition "Ein Lied mit Folgen" für Studio Akustische Kunst im Rahmen der MusikTriennale Köln. Ihre Kompositionen werden u. a. auf Festivals Neuer Musik aufgeführt und im Rundfunk gesendet. Eine wichtige Station war die Vergabe des Graduiertenstipendiums 1999/2000 der Folkwang-Hochschule zur Realisierung ihrer multimedialen musikalischen Bühnenhandlung "Der Schlafende Reiter", aufgeführt 2000 im Choreographischen Zentrum NRW. Ihre Arbeit wurde 1998 mit dem Künstlerinnen Preis NRW (Förderpreis) ausgezeichnet. Im Jahr 2000 wurde ihre Komposition "speculum sine für Chor" mit dem 3. Preis des Deutschen Musikrats ausgezeichnet.

 

Sie realisierte von 2000 bis 2002 im Auftrag des Landesmusikrates NRW, der Tonhalle Düsseldorf und der Musikschule Bochum mehrere pädagogische Projekte für Jugendliche; u. a. Kompositionsworkshop für Mädchen und ein Kompositionsprojekt im Internet.

 

In dieser Intention, ihre künstlerische Arbeit und deren Vermittlung zu verbinden, ist sie auch als Kirchenmusikerin und Musikpädagogin tätig.



(entnommen aus: Komponisten der Gegenwart, 2004)